Donnerstag, 24. Dezember 2009

Time to say goodbye – Halbzeit

Unsre letzte freie Woche hier in Quito haben wir mehr als genossen und ausgenutzt. Wir waren beim Frisör (ziemlich abenteuerlich, aber das Ergebnis lässt sich für $8 trotzdem sehen), haben ein bisschen geshoppt, waren deutsch Essen (Gulasch mit Spätzle und Currywurst), Weihnachtsgeschenke für die Mädels gebastelt und auch einfach mal das Nichts tun genossen 
Wir sind auf der einen Seite total traurig, dass diese tolle Zeit hier in Ecuador für uns schon vorbei ist. Wir werden die drei Monate hier mitsamt den tollen Leuten, super Erfahrungen und der beeindruckenden Natur niemals vergessen. Trotzdem freuen wir uns auch schon riesig auf was Neues. Das Rumreisen mit Julia und Steffi wird auf jeden Fall ein großes Abenteuer werden.
Jetzt wünschen wir euch allen noch ein schönes Weihnachtsfest. Genießt die Feiertage mit euren Familien und Freunden und esst ein paar Plätzchen für uns mit.
Außerdem wünschen wir euch einen guten Rutsch ins neue Jahr 2010, das für euch alle hoffentlich nur Gutes bringt. Wir werden an der Küste Perus auf euch anstoßen 

Machts gut
Wir haben euch lieb
Besos de Inge y Vani

Mittwoch, 9. Dezember 2009













Ja, wir leben noch…

Jetzt haben wir endlich mal wieder Zeit über unsre Aktivitäten zu berichten. Wie immer ist in den letzten zwei Wochen viel passiert:
Letztes Wochenende haben wir ganz entspannt in Quito verbracht, um uns auch mal in unsrer nahen Umgebung umzuschauen. Am Samstag sind wir mit einer Seilbahn auf unsern „Hausberg“ Pichincha gefahren. Man fühlte sich ein bisschen wie in Österreich und auch die Kälte auf dem Berg unterstrich dieses Gefühl. Beeindruckend war der krasse Gegensatz von Natur und Großstadt, auf die man von so weit oben natürlich einen tollen Ausblick hatte.
Den Sonntag verbrachten wir in den heißen Quellen von Papallacta – eine tolle Entspannung einfach im heißen Wasser zu chillen. Die Anlage war für ecuadorianische Verhältnisse sehr gut gepflegt.
Am Montag haben wir die Mädels zu uns ins Appartement zu einem schwäbischen Filmabend eingeladen. Nach 2 Stunden „Dauerkochen“ servierten wir Grießsuppe, danach Kartoffelsalat mit Würstchen und zum Nachtisch noch Apfelküchle. Das Ergebnis war eigentlich ganz gut, auch wenn es natürlich anders schmeckte als daheim. Danach sind wir gemütlich zusammen gesessen und haben Little Miss Sunshine angeschaut.
Trotz 25°C kommen wir so langsam ein bisschen in Weihnachtsstimmung, denn wir haben am Dienstag alle zusammen Plätzchen gebacken. Es war ein sehr lustiger Abend und trotz einfacher Mittel (Glas als Wellholz und Sprudeldeckel als Austecherle) sind uns die Plätzchen echt gut gelungen. Die Mädels haben extra noch Weihnachtslieder runtergeladen, wenn auch nur drei Stück, die dann den ganzen Abend in Dauerschleife liefen – ja, man freut sich hier über die kleinsten Dinge!
Diese Woche ist hier in Quito die ganze Woche anlässlich des Gründungstages Quitos Party. Die Ecuadorianer sind quasi am Durchdrehen. Es gibt in Deutschland leider kein vergleichbares Fest. Sogar in unserm Kindi wird dieses besondere Ereignis groß gefeiert. Am Freitag wurden Eltern eingeladen und jede Gruppe hat etwas kleines Vorgeführt. Natürlich war alles wie immer ziemlich chaotisch. Erst morgens wurde alles dekoriert, also mussten auch die Eltern mitanpacken und deswegen zog sich alles noch ein bisschen. Während den Vorführungen sind die Eltern einfach dazwischen gegangen um Fotos von ihren Kindern zu schießen, die total goldig angezogen waren (Mädchen mit Prinzessinnenkleidern und Jungs im Frack). Trotzdem war das Ganze echt sehenswert und sehr interessant, auch wenn in Deutschland eine solche Veranstaltung anders ablaufen würde.
Am Samstag haben wir uns einen echten Stierkampf angesehen – unvorstellbar! Es wurden innerhalb von drei Stunden sage und schreibe 6 Stiere auf brutalste Weise getötet, richtige Tierquälerei, weil die Torreros teilweise unfähig waren, den Stier auf Anhieb zu töten, wie es sich eben normalerweise gehört. Gleich beim ersten Stier kam es zu einem Zwischenfall: die ganze Arena war Mucksmäuschen still, als der Torrero zum Endstoß ansetzte, nur Vanis Nebensitzer feuerte den Stier an Stelle des Torreros an. Deshalb drehte der Stier durch und attackierte den Stierkämpfer, der sofort aus der Arena getragen wurde und auch Vanis Nebensitzer wurde nach lauten Publikumspfiffen aus der ganzen Arena von der Polizei abgeführt. Die ganze Veranstaltung schockte und doch ziemlich (ja, etwas naiv) und wir werden uns nicht noch einmal einen Stierkampf ansehen – trotzdem war es sehenswert.

Mittwoch, 25. November 2009

DSCHUNGEL

Nach 8h Busfahrt sind wir am Freitagmorgen in Lago Agrio angekommen. Wir waren aber noch lange nicht am Ziel. Dort wurden wir von unserm Guide begrüßt und fuhren mit einem Privatbus weitere 2,5h weiter zum Reservat Cuyabeno, wo wir auch unser Mittagessen bekamen. (kaltes Gemüse und Fleisch, aber trotzdem lecker). Danach gings wiederum 2h mit einem Kanu, indem auch unsre komplette Essensration für die nächsten 4 Tage gelagert wurde, zu unsrer Lodge, die mitten im Dschungel lag. Die Lodge war total süß und unsre Zimmer waren praktisch komplett offen beim Händewaschen, Duschen oder auf dem Klo hatte man stets den Blick in den Dschungel – alles richtig saftig grün.
Am Anfang hatten wir Angst, dass wir ständig giftigen Spinnen oder Schlangen, oder anderen Tieren über den Weg laufen werden, aber so war es überhaupt nicht. Hätten wir unseren tollen Guide nicht dabei gehabt hätten wir vermutlich kein einziges Tier gesehen :D. Dank ihm haben wir viele verschiedene süße Affen, Faultiere, riesige, eklige Spinnen, Caymane, Vögel (Papageie und Fischreiher), Delphine und Fledermäuse. Der Anblick der Anakonda blieb uns erspart – eigentlich schade, aber sie wollte sich uns trotz mehrfacher Suche und Anstrengung des Guides nicht zeigen.
Wir haben paar Tagen mal wieder so viele tolle und neue Eindrücke gesammelt und viel unternommen: im Indigenasdorf Yucabrot gebacken – lecker; Piranhas gefischt – mehr (Inge) oder weniger (Vani) erfolgreich ;); im unvergesslichen, fast irreal erscheinenden Sonnenuntergang geschwommen – super romantisch und wunderschön (kleiner Vermerk an Katha: wir haben extra für dich viele Fotos gemacht und an dich gedacht :*); mit einem Schamanen gesprochen, an dessen Authentizität wir jedoch etwas zweifeln (alles wirkte ziemlich touristisch und gestellt); in der finsteren Nacht nur mit einer Taschenlampe ausgerüstet durch den Dschungel gelaufen (mit dem Hinweis des Guides niemals etwas ohne Kontrolle anzufassen –HILFE!); eine weitere durchaus angenehmere Tagwanderung durch den Dschungel, bei der wir zum Schluss noch durch Matsch, der bestialisch gestunken hat und uns bis zu den Knien reichte, gestapft sind.
Zwischendurch hatten wir immer wieder genügend Zeit um z.B. in den Hängematten der Lodge zu chillen und die „Geräuschkulisse“ des Urwaldes auf uns einwirken zu lassen.
Insgesamt war es eine super schöne Zeit. Trotzdem haben wir uns danach auf frische und nicht muffelnde Kleider und Betten gefreut und haben auch die Dusche in Quito ausgiebig genossen!
Besos Inge und Vani

Dienstag, 17. November 2009




















Mindo

Am Samstagmorgen gings los nach Mindo, einem Ort an dem für uns vor allem mal Entspannung an erster Stelle stehen sollte. Auf dubiose Weise fuhr uns unser Taxifahrer nicht zu dem von uns gewünschten Bahnhof, sodass der Rest unserer Gruppe ohne uns fahren musste. Nach kurzzeitiger Aufregung hat dann aber noch alles geklappt und wir sind alle fast zeitgleich in Mindo angekommen.
Mindo ist zwar nur knappe 3h von Quito entfernt, aber Klima und die Landschaft sind ziemlich verschieden. Nachdem wir im unserm Hostal, das direkt an einem schönen Fluss liegt und zum Teil offene Wände hatte, eingecheckt haben nahmen wir noch ein leckeres Almuerzo zu uns und dann gings ab zum Canopy. Uns erwartete ein riesen Areal mitten im Nebelwald mit 10 Seilbahnen, die in Länge und Steigung variierten. Für Inge waren die ersten Bahnen erst einmal eine kleine Überwindung und für Vani fehlte leider ein wenig der Adrenalinkick. Verschiedene Figuren, wie z.B. „Superman“, „Mariposa“, „Fledermaus“ oder „3-er Pack“ machten das Abseilen über die saftig grünen Nebelwälder noch spannender – ein einmaliges Erlebnis.
Auf dem Rückweg sind wir an einer kleinen süßen Saftbar vorbei gekommen, in der man auf Bambusschaukeln saß und frisch gepressten Saft aller möglichen Früchte schlurfen konnte.
Nach dem Abendessen sind wir noch auf einem kleinen Markt umhergeschlendert und haben alle kräftig eingekauft.
Am nächsten Morgen ging es nach einem bedürftigen Frühstück auf einem leider wegen Regenmangels nicht sehr wasserreichen Flusses zum Tubing. Man sitzt in aneinander geknoteten Gummireifen und fährt flussabwärts. Eine Erfahrung auf jeden Fall Wert, leider auch hier nicht ganz so actionreich wegen des fehlenden Wassers.
Anschließend besichtigten wir noch ein Schmetterlingshaus mit ganz vielen schönen und zum Teil sehr großen Schmetterlingsarten – auf jeden Fall beeindruckend!
Insgesamt war das Wochenende endlich mal wieder entspannter, da man nicht so viel Programm hatte und wir hatten viel Spaß zusammen.
Bis zum nächsten Mal
Besos
Inge und Vani

Donnerstag, 12. November 2009

Ein verrücktes Wochenende mit einer Ecuadorianerin in Puerto Quito

Bis zwei Tage vor Abfahrt dachten wir eigentlich, dass wir ein schönes und entspanntes Wochenende an der Küste im Elternhaus von Maritzas (die Erzieherin Inges Gruppe) verbringen werden. Dann stellte sich aber irgendwann heraus, dass wir leider weder an die Küste, noch in das Elternhaus von Maritza gehen würden, sondern an einen Fluss, vier Stunden von der Küste entfernt – na super!
Am Samstag Morgen sollten wir uns dann um ach Uhr morgens mit Mairtza am Bahnhof, der für uns eine Stunde entfernt ist, treffen. Typisch Ecuadorianisch kam sie natürlich eine halbe Stunde zu spät und fragte dann auch noch, ob wir fertig seien?! Nach fünf - stündiger Fahrt kamen wir dann auch mal in Puerto Quito an und checkten in einem erbärmlichen Hostal ein – und das auch noch für $7 die Nacht! Ziemlich schnell stellte sich heraus, dass Puerto Quito nicht sehr groß war und nicht nur deswegen war unsre Laune ziemlich im Keller, denn auch der ach so schöne Fluss war nicht wirklich ein Highlight.
Zum Glück trafen wir auf einige deutsche Volunteers, die uns dann für Sonntag eine Finkabesichtigung organisierten – das Wochenende scheint sich nun doch noch gelohnt zu haben. Am Samstagabend gingen wir dann zusammen mit ausschließlich schwarzen Freunden (neidisch, Katha? ) von Maritza in einen Park, wo wir uns nett mit diesen unterhielten. Danach zogen wir weiter, in eine „Disko“. Der Eintritt und auch die Getränke wurden uns bezahlt. Schnell merkten wir, dass wir um einen Salsatanz nicht drum herum kommen würden. Zuerst bekamen wir aber eine ausführliche Einführung in alle möglichen lateinamerikanischen Tänze – gar nicht so einfach. Sehr beeindrucken, wie gut sich hier alle, auch die Jungs, bewegen können, sieht echt toll aus! Schließlich haben wir also versucht, das gerade Gelernte umzusetzen und wurden sogar noch vom DJ begrüßt.
Ohnehin waren wir die Attraktion im Dorf und wurden teilweise wie Tiere angestarrt.
Am Sonntagmorgen ging es dann wieder mit 30-minütiger Verspätung (an wem mag’s wohl gelegen haben? – Maritza!) auf der Ladefläche eines Jeeps zur Finka des 75-jährigen Don Emilio, der im ganzen Dorf bekannt und beliebt ist. Er war total süß und zeigte uns stolz sein eigenes, großes Paradies. Alles war saftig grün und wir durften unzählige exotische Früchte direkt vom Baum probieren: Mandarinen, Orangen (diese werden hier „ausgesaugt“, Bananen, Sala, Sternfrucht, Kakaobohnen, Limetten und Grenadinen. Dank diesem Geheimtip hat sich das Wochenende zum Glück noch zum Guten gewendet.
Kurz vor der Abfahrt, die auch von uns organisiert wurde und nicht von der Einheimischen Maritza, gab es am Fluss noch frischen Fisch direkt vom Grill – lecker.
Bis demnächst
Inge und Vani

Donnerstag, 5. November 2009