Montag, 26. Oktober 2009












„Dauersightseeing“

Am Donnerstagabend haben wir die Altstadt Quitos mit Privatbus bei Nacht besichtigt – traumhaft schön mit all den vielen Lichtern und in der Gruppe auch sicher. Unser persönliches Highlight dieses Abends war die „Calle Ronda“, eine zuckersüße, mit kleinen Balkönchen verzierte Passage, in der sich Restaurant und Künstlerläden abwechseln. Als wir durch die Calle geschlendert sind, fühlten wir uns wie auf einem deutschen Weihnachtsmarkt, da es überall nach Glühwein gerochen hat. Dieser Geruch kommt von dem ecuadorianischen Getränk „Canelazo“.
Am Samstagmorgen gings schon um 6 mit dem Taxi Richtung Bahnhof, damit wir rechtzeitig auf dem größten Indianermarkt Südamerikas „Otavalo“ ankommen. Es ist schwierig das Bild zu beschreiben: ein nicht mehr aufzuhörend scheinender Markt, der von vielen bunten Farben und einheimischer Bevölkerung überflutet ist. Vier Stunden lang schlenderten wir bei knallender Hitze von Stand zu Stand und haben trotzdem immer noch nicht alles von dem Markt gesehen. Falls man vor dem Otavalo noch nicht feilschen konnte kann man es jetzt, da man auch hier als Ausländer erst einmal mit dem doppelten Startpreis rechnen muss. Glücklich gingen wir hungrig mit unseren typisch ecuadorianischen Schätzen in ein vom Reiseführer empfohlenes mexikanisches Restaurant. Die Besitzerin war total hilfsbereit und erklärte uns erst einmal alle Gerichte und organisierte uns dann noch ganz spontan ein persönliches Taxi, das uns zur „Laguna Cuycocha“ brachte. Dort schipperten wir mit einem Boot über den See und erfuhren, dass sich unter uns ein aktiver Vulkan befindet.
Auch am Sonntag konnten wir nicht ausschlafen, unser nächstes Ziel hieß: Cotopaxi, der höchste, noch aktive Vulkan der Erde! Unser Privatbus parkte nach 3-stündiger Fahrt auf den holprigsten Feldwegen auf 4300m, von wo aus wir dann noch 500 Höhenmeter bis zur Hütte erklimmen mussten. Hört sich jetzt nicht so weit an, aber schon nach wenigen Metern hatte man einen Puls von 180, da die Luft sehr knapp war.
Bis zum nächsten Mal
Besos Inge und Vani

Mittwoch, 21. Oktober 2009

"Translator,translator..."

Gestern waren einige amerikanische Aerzte und angehende Krankenschwestern, die auch die Stiftung unseres Kindergartens unterstuetzen, zu Besuch.
In abgelegenen Doerfern bauten die Aerzte in provisorischen "Krankenhaeusern" ihre Geraetschaften auf, um die bereits in Schlangen wartenden, armen Ecuadorianer zu untersuchen. Unsre Aufgabe sollte es eigentlich sein, bei Verstaendigungsschwierigkeiten zwischen Patient und Arzt zu uebersetzen, was aber nur bedingt noetig war, da eigentlich alle sehr gut spanisch konnten und unser fachspezifisches Vokabular aeusserst begrenzr ist ;)
Trotzdem war es eine sehr interessante Erfahrung, die wir nicht missen wollen. Die Aerzte, die hier 2mal pro Jahr herkommen, sind sehr angesehen und ihr Arbeit wird von den Dorfbewohnern sehr geschaetzt: alle Patienten haben sich mehrmals bedankt und waren froh, endlich irgendjemand ihre Leidensgeschichte erzaehlen zu koennen. Manchmal kam es auch vor, dass ein Arzt keine Beschwerden feststellen konnte, da die Dorfbewohner schonmal zur Vorsorge Medikamente besorgen wollten.

Am Sonntag mittag waren wir in einer riesigen Shoppingmall bummeln. Man kann sich gar nicht vorstellen, was es da alles zu kaufen gibt. Ganz viele tolle und teure Marken und dementsprechend nur was fuer die Wohlhabenden. Der Gegensatz war fuer uns echt krass, man fuehlt sich wie in einer Scheinwelt: innen Luxus pur und aussen stehen die Strassenverkaeufer, die um jeden Cent kaempfen.

Machts gut
Besos Inge und Vani

Sonntag, 18. Oktober 2009

Wochenende – schön!

Die Regenzeit macht uns langsam echt zu schaffen…
In den letzen Tagen schwanken die Temperaturen zwischen 11 und 28°C und Sonnenschein und Dauerregen – man hat also immer unpassende Kleidung an.
Nach unsrer ersten Woche im Kindi, ist vor allem Inge von ihren kleinen Babys immer noch sehr geschafft. Trotzdem kämpfen wir weiter ;) und gewöhnen uns auch immer mehr an die krassen Umstände, werden die Methoden der Erzieher aber trotzdem niemals annehmen.
Am Donnerstag Abend haben uns die Mädels zu einer Pjyama-Party eingeladen, dafür haben sie sogar selbstgebastelte Einladungskarten verteilt und sich witzige Spiele überlegt. Ein Abend wie mit 12, aber richtig lustig!:)
Im Internetcafé wurden wir von Steffi, auf Grund unseres Schwäbisch, angesprochen. Sie selbst kommt aus Pfullingen und sucht noch Anschluss. Auch sie will nach der Zeit in Ecuador noch in Südamerika rumreisen und wenn sich unsre Interessen decken, dann sind wir ein Mann mehr!
Und noch was, unsre Wäsche haben wir vollständig wieder zurück bekommen, allerdings ist das eine oder andere teil etwas geschrumpft, das nächste Mal sollten wir vielleicht auf den Trockner verzichten.
Jetzt verschönern wir noch ein bisschen unsre Wohnung mit Selbstgebasteltem, weil wir ja so kreativ und vor allem begabt sind, und gehen dann mit den Mädels essen und noch was trinken.
Machts gut
Besos Inge y Vani
Ps: Katha, heute im Schuhgeschäft kam doch tatsächlich „All the single ladies“ und wir haben uns wie kleine Kinder gefreut und dabei an dich gedacht!

„ Si usted le da al mundo lo mejor que tiene, lo mejor del mundo le será devuelto”

Am Montag hat unser Projekt im Kindergarten “Tierra Nueva” begonnen. Nach einer Schnick-Schnack-Schnuck Entscheidung landete Inge in der Gruppe mit den jüngsten Kindern (bis einem Jahr) und Vani in der Gruppe der 3-4-Jährigen.
Nach unserm ersten Arbeitstag waren wir ziemlich geschockt und frustriert – unsre Gedanken waren bereits jetzt erfüllt von Urlaubsplänen.
Die Verhältnisse vom Kindergarten sind schwer zu beschreiben und für uns auch jetzt noch schwer zu begreifen. Nur um ein paar Beispiele zu nennen: Die Kinder müssen ihr Essen in Rekordzeit hinunterschlingen und wenn sie dies zu langsam machen, dann werden sie angeschrieen, oder ihnen wird ein großer Esslöffel in den Mund gedrückt, sodass sie teilweise sogar würgen müssen. Allgemein läuft alles viel strenger und mit weniger Liebe ab wie in Deutschland. Es gibt nur wenige Spielsachen und jeder Tag läuft mehr oder weniger gleich ab, da ein strikter Plan besteht und deswegen können wir uns bisher noch nicht so sehr mit eigenen Ideen einbringen. Der einzige Trost sind für uns die zuckersüßen Kinder, die sehr aufgeschlossen sind und lieb mit uns umgehen.
Das mag jetzt alles sehr ernüchternd klingen, doch wir warten jetzt erst einmal noch ein bisschen ab und versuchen nicht alles komplett negativ zu sehen – vielleicht können wir ja wirklich das ein oder andere in diesem Kindergarten bewirken!
Da wir im Moment sowohl Projekt, als auch Sprachkurs haben sind wir abends ziemlich k.o. und machen nichts Großes mehr. Gestern Abend haben wir mit den anderen Mädels zusammen gegessen und haben uns wie immer nett unterhalten.
Jetzt machen wir uns zu unserm nächsten Abenteuer auf: dem Waschsalon. Wir hoffen, dass unsre Wäsche komplett und auch in der richtigen Größe wieder zurückkommt 
Nach dem Sprachkurs heute Abend werden wir anders als die letzen Male für den ca. 2km lagen Nachhauseweg ein Taxi nehmen, da 2 Mädels aus unserer Gruppe gestern Abend überfallen und mit einer kaputten Bierflasche bedroht wurden – ihnen selbst ist aber zum Glück nichts passiert. Für uns jedenfalls eine Lehre
Besos Inge und Vani

Montag, 12. Oktober 2009

Erster grosser Ausflug

Letzten Freitag war ein Feiertag und somit ein verlaengertes Wochenende dh wir hatten auch keine Sprachschule, was wir gleich fuer einen grossen Ausflug nach Cuenca nutzten!
Nach 10h Busfahrt ueber Nacht sind wir dann morgens in Cuenca angekommen. Abgesehen vor der Kaelte und der vielleicht auch teilweise unberechtigten Angst vor Ueberfaellen war die Fahrt eigentlich ganz angenehm!
In Cuenca gings mit dem Taxi zu unserm Hostel. Allerdings mussten wir mal wieder schmerzlich spueren, dass man als Auslaender gnadenlos abgezockt wird. Anstatt 1Dollar zu 4. fuer die ganze Strecke verlangte ein Taxifahrer denselben Preis pro Person...
Den Freitag nutzten wir fuer die Besichtigung Cuencas, einer tollen Stadt mit vielen Altbauten. Unser persoenliches Highlight war das "Museo del Sombrero" wo wir die Herstellung der Panamahuete gezeigt bekommen haben. Ja, die Panamahuete stammen aus Ecuador, und nicht wie viele denken aus Panama. Abends sind wir durch die Stadt geschlendert und haben saemtliche Bars oder Cafes des Reisefuehrers getestet, echt schoen.
Am Samstag ging es morgens mit dem Bus nach Ingapirca, die best erhaltenste Incastaette Ecuadors. Abgesehen von dem englischen Guide, wir haben noch viele Spanischanfaenger, war es ein schoener Ausflug. Fuern unsre zukuenftigen Ausfluege werden wir nur noch spanischsprachige Fuehrer waehlen, da es fuer alle mehr bringt, wenn wir das spanische uebersetzen, da das Englisch der Ecuadorianer echt miserabel ist!
Jetzt muessen wir schnell los zur Sprachschule
Bis bald
Besos, Inge y Vani

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Viele schoene Erfahrungen

Gestern haben wir unseren Kindergarten "Tierra Nueva" besichtigt, in dem wir ab naechster Woche arbeiten werden.
Der Kindergarten ist aufgeteilt in vier Gruppen: in jeder Gruppe sind ca. 20 Kinder im Alter von 1-5. Die Kinder dort zu sehen war ein sehr emotionaler Moment, da sie alle total goldig sind und sich riesig ueber unseren Besuch freuten...Einige sangen uns ein Lied, winkten und strahlten uebers ganze Gesicht.
Wir waren sehr willkommen, da in diesem Kindergarten eine Erzieherin auf mindestens 20 Kinder gleichzeitig aufpassen muss...das hat uns besonders gefreut, weil wie dort wiklich gebraucht werden.

Abends haben wir in unserer Sprachschule mit anderen Frewilligen ein typisch ecuadorianisches Essen gekocht: mote con pollo (eine Art Mais mit Kochbananen und Huehnchen). Es war sehr lecker.
Direkt danach waren wir zum ersten Mal hier mit den anderen Freiwilligen was trinken. Hier gibs ganz in der Naehe von unserem Apartment einen grossen Platz mit einigen schoenen Bars, in denen wir leckeren Maracuja-Daiquiri getrunken haben - wie daheim ;-)

Heute ging es schon sehr frueh morgends nach Saquisili (2 Stunden Busfahrt) los - einem grossen Markt auf dem man von Fruechten ueber Moebel bis Kleider oder grosse und kleine Tiere alles kaufen kann, ziemlich beeindruckend. Am Morgen noch, ueberlegten wir uns die ecuadorianische Spezialitaet cuy (Meerschweinchen) zu probieren, was wir aber nach dem Anblick der Meerschweinchen in den Kaefigen dort schnell aufgaben. Es werden dutzende von Meerschwinchen in kleinsten Kaefigen in der Hitze gehalten, unvorstellbar fuer Deutschland, aber ganz normal fuer Ecuador...

Jetzt versuchen wir noch beim Supermarkt Geld abzuheben, bevor es dann ueber Nacht in einer 12stuendigen Busfahrt nach Cuenca geht, eine der groessten und schoensten Staedte Ecuadors. Wir sind sehr gespannt wie es wird und berichten naechste Woche dann davon :-), dann folgen hoffentlich auch bald Bilder...

Machts gut,
Vani und Inge

Sonntag, 4. Oktober 2009

Endlich angekommen – unsre ersten Tage in Quito

Erstmal müssen wir froh sein überhaupt hier angekommen zu sein, denn aufm dem Flughafen in Atlanta sah es zwischenzeitlich so aus, als würden wir unseren Anschlussflieger nach Quito verpassen. Nachdem wir dann allerdings durch den ganzen Flughafen gerast sind, saßen wir völlig fertig an unserm Gate und unser Flieger nach Quito hatte Verspätung – typisch.
In unserm Apartment angekommen wurden wir sofort total nett von unsern Mitbewohnern Marcel und Steffi begrüßt. Beim ersten kurzen Blick durch unser zukünftiges Heim bekamen wir schon unsern ersten kleinen Kulturschock :P Es gibt nicht genügend Besteck oder z.B. Schöpflöffel für alle Mitbewohner. Da wir komplett k.o. waren, wollten wir einfach nur noch ins Bett! Allerdings konnten wir auf Grund sehr weicher Matratzen (Inge), ständig auftönender Alarmanlagen und unserm deutschen Rhythmus nicht sehr lange schlafen.
Am nächsten Morgen wurden wir dann von Hermann zusammen mit zwei anderen Freiwilligen durch Quitos Zentrum geführt. Zu unsrer Überraschung gibt es hier wirklich alles: Internetcafés, Restaurants, Frisöre, Supermärkte, die zum Teil sogar mehr Auswahl haben als unsre deutschen und einen ganze besonderen Service anbieten: die Lebensmittel werden an der Kasse in Tüten gepackt und direkt zum Auto gebracht.
Gestern haben wir zusammen mit 7 anderen Mädels unseren ersten Ausflug gemacht: Es ging zur mitad del mundo – der Äquatorlinie. Schon alleine die Busfahrt dorthin ist ein Erlebnis: überfüllte, klapprige Busse, die man nach Belieben anhalten kann und auf die man mehr oder weniger aufspringen muss. Menschen mit Kücken in Paketen und Frauen mit Kindern, die komplett mit dicken Decken bedeckt sind, sind keine Seltenheit.
Im Freileichtmuseum an der Äquatorlinie hat uns eine durchaus freundliche Ecuadorianerin beeindruckende physikalische Experimente vorgeführt: so fließt das Wasser zum Beispiel auf der Nordhalbkugel also tatsächlich gegen den Uhrzeigersinn und auf der Südhalbkugel im Uhrzeigersinn ab.
Der Tag gestern war total schön und wir freuen uns schon auf das nächste Wochenende, das zwecks eines Feiertags sogar ein verlängert ist.

Machts gut und immer fleißig kommentieren 
Muchos besos
Inge und Vani