Dienstag, 16. Februar 2010










Sonntag, 14. Februar 2010

SALAR DE UYUNI – die groesste Salzwueste der Welt

Den perfekten Abschluss von unserer Zeit in Bolivien hatten wir mit dem dreitaegigen Trip durch die 12000km^2 grosse Salzwueste.

Bevor es losging wurden wir vor die grosse Herausforderung gestellt eine einigermassen serioese Agentur ausfindig zu machen. Das war gar nicht so einfach bei einer Auswahl von 46 Agenturen, die alle aehnliche Trips anbieten.
Mit unserer Wahl waren wir dann letztlich aber doch zufrieden und am Donnerstagmorgen fuhr (natuerlich mal wieder mit Verspaetung) unser Jeep fuer die naechsten drei Tage vor.
Das Gepaeck wurde sicher auf dem Dach verladen, ein Schmunzeln unseres Guides blieb wegen der Menge nicht aus.

Schon der erste Anblick der Salzwueste, die anfangs noch etwas mit Wasser bedeckt war, war beeindruckend: riesige Salzplatten soweit das Auge reicht bei tollem Sonnenschein – ein super Anblick!
Vom Dach des Jeeps aus hatten wir einen gigantischen Ausblick und das Fotoshooting mitten im Nichts hat uns viel Spass gemacht und das Ergebnis gleicht einer Fotomontage.

So ploetzlich die Salzwueste anfig, so abprupt hoerte sie auch wieder auf und die “Strassen” waren nun wieder braun.
Besonders beeindruckt waren wir von den bis zu 4m hohen Kakteen und den riesigen quinua Feldern (ein Getreide, das an Reis oder couscous erinnert).

Fuer die erste Nacht waren wir in einem Salzhotel einquartiert. Das 6er-dormitorium und eine Dusche sowie ein Klo fuer ein ganzes Hotel holten uns mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurueck. Trotzdem war es interessant, in einem Hotel aus Sandboeden- und Waenden zu uebernachten.

Heute bekamen wir mehrere Lagunen, in denen sich etlich Flamingos tummelten; den beruehmten “arbol de piedras”; etliche Steinformationen in verschiedensten Farben und eine Vielzahl von unterschiedlichen Landschaften zu sehen.
Am Abend erwartete uns eine Unterkunft, die schon laut der Reiseanbieter “muy basico” waere. Zum Glueck bestaetigten sich unsere Bedenken nicht und wir hatten sogar ausreichend Wasser und Strom.

Nach einer sehr kurzen Nacht hiess es am naechsten Morgen frueh raus. Wir sahen einen unglaublich tollen Sternenhimmel und danach Geysire, die in der Dunkelheit besonders gut zur Geltung kommen.
Nach der Besichtigung von Schwefelbaedern fuhren wir mit dem Jeep sozusagen in den Sonnenaufgang hinein und fruehstueckten in der Naehe heisser Lagunen.

Der Trip endete mit dem Grenzuebergang in das langerwartete Chile. Hier erfreuten wir uns schon bei unserer ersten Fahrt ueber geteerte, ebene Strassen und Fahrern, die sich ausnahmsweise einmal an Verkehrsregeln halten.

Besos,
Vani und Inge






TUPIZA

Unsere vorletzte Station in Bolivien war Tupiza. Im Reisefuehrer wird Tupiza als ein Staedtchen angepriesen, in dem man sich unbedingt auf den Sattel schwingen muss - gesagt, getan und schon waren wir hoch zu Ross :-)

Der dreistuendige Ausritt, ausgeruestet mit Cowboyhut, Gangstertuch und Chaps war schlichtweg atemberaubend: wir kamen uns vor wie in einem Western-Film, weite, oede Landschaften mit Riesenkakteen und roten Felsen.
Unsere Pferde hatten wir natuerlich bestens im Griff, sodass wir mitten in der Pampa, gefuehrt von unserem 13-jaehrigen Guide, sogar nahezu galopierten.
Der naehere Kontakt zu unseren Pferden blieb aus - Pferdeliebhaber waren und sind wir nun einmal nicht, aber trotzdem war es ein richtig gelungener Ausflug!

Donnerstag, 4. Februar 2010



POTOSI

Heute schreiben wir aus der hoechsten Stadt der Welt: Potosí 4060m!
Die Hoehe machte manchen von uns anfangs etwas zu schaffen, aber wir wussten uns wie immer gut zu helfen und bekamen alles gut und schnell wieder in den Griff ;)
Das Highlight unseres dreitaegigen Aufenthaltes hier war die Besichtigung einer Mine, in der heute noch gearbeitet wird. In einer gefuehrten Tour bekamen wir zunaechst saemtliche Ausruestung: Helm mit Lampe, Gummistiefel, Jacke und Hose und einen Rucksack – das war ein Anblick!  Danach machten wir einen kleinen Stop auf dem “Miners market”, wo wir fuer die Minenarbeiter Geschenke kaufen mussten: Kokablaetter, Tabak und 96%-igen Alkohol.
Zum ersten Mal haben wir selbst auch ein Kokablatt gekaut, es aber entgegen den Regeln schnell wieder ausgespuckt, da der Geschmack und das Gefuehl einfach eklig waren.
Beim Anblick des niedrigen Eingangs in die duestere Mine wurde es uns etwas mulmig. Gleich zu Beginn mussten wir gebueckt durch Matsch und Wasser stapfen. Des oefteren mussten wir auf Kommando des Guides schlagartig beiseite springen (soweit das ueberhaupt moeglich war), damit die Minenarbeiter mit ihren tonnenschweren, mit Geroell gefuellten Waegen auf kaputten Schienen im Eiltempo vorbeirasen konnten.
Wir machten bei einer Arbeitergruppe Halt und bekamen so einen noch besseren Eindruck von dem wirklich harten Job. Die Lebenserwartung eines Minenarbeiters liegt zwischen 45 und 50 Jahren, besonders erschreckend, wenn man bedenkt, dass viele schon mit 16 Jahren anfangen zu arbeiten… Die Minenarbeiter muessen im Falle eines Arbeitsunfalls selbst fuer ihre Behandlung aufkommen, da sie von der Regierung und auch von ihrer Kooperative so gut wie nicht unterstuetzt werden. Einen fest geregelten Arbeitsplan haben sie anscheinend nicht, deswegen kommt es manchmal auch vor, dass sie 24h am Stueck arbeiten. Dagegen hilft dann nur noch das Kaufen von Koka, weshalb auch jeder Arbeiter eine dicke, mit Koka gefuellte Backe, hatte.

Der Besuch war ein einmaliges Erlebnis und man kann sich kaum vorstellen, dass Arbeiten unter solchen Umstaenden heutzutage noch geduldet werden. Die Minenarbeiter selbst sagten uns, es gebe keine Unterstuetzung, weil die Arbeit ja freiwillig sei – leicht gesagt, wenn es keine Alternative gibt!

Besos
Inge und Vani



SUCRE

Da wir in Sucre nicht mehr genuegend Zeit fuer einen Eintrag hatten, melden wir uns jetzt hier aus Potosí.
Sucre ist die Hauptstadt Boliviens. Dort verbrachten wir vier sehr entspannte und schoene Tage. Nach relativ langer Suche haben wir ein tolles, zentrales Hostal gefunden, in dem wir besonders den tollen Fernseher zu schaetzen wusstem (diverse Filme, Serien und das Beste: Australian Open!!)
Wie schon des oefteren haben wir auch hier wieder unsere eigene Stadttour, ausgeruestet mit Reisefuehrer und Stadtplan, gemacht. Dabei haben wir das “Museo nacional de etnografía y folklore” gesehen, in dem echt beeindruckende, sehr schoen verzierte “Fasnetsmasken” aus ganz Bolivien ausgestellt sind. Weiter gings mit zahlreichen Kirchen und schoen angelegten Plaetzen, die wirklich zum Verweilen einladen - das wird uns in Deutschland wirklich fehlen.
Auch hier gab es mal wieder einen Aussichtspunkt, den wir uns nicht engehen liessen. Die Aussicht war nach einem relativ steilen Anstieg wirklich schoen. Die “weisse Stadt” wie Sucre auch genannt wird, kam hier sehr gut zum Vorschein: die an einem Berg abfallende Haeuser und Gebaeude sind alle weiss mit roten Daechern.
Besonders beeindruckend bei unserer Tour war der Besuch des “Cementerio general”, einem der schoensten und groessten Freidhoefe Boliviens. Nicht mal nach dem Tod bleibt hier der Klassenunterschied verborgen: die Reichen haben sehr schoen angelegte, grosse Graeber, die man teilweise schon fast als Haeuser bezeichnen koennte. Die Armen hingegen muessen sich mit einem Miniplatz auf einer riessen Wiese zufrieden geben. Der Grossteil des Friedhofes bestand aus “Grabhaeusern”, wo die Saerge in vorgefertigte Oeffnungen hineingeschoben werden und Angehoerige ein kleines Fenster zum “Schmuecken” haben.

Eigentlich wollten wir mit einem leckeren Eis bei Sonnenschein ganz gemuetlich auf den Platz setzen, doch daraus wurde leider nichts: Wir wurden Opfer der hier in Bolivien weit verbreiteten Faschingstradition, bei der vor allem Auslaender und Maedchen mit Wasserbomben oder Spritzpistolen nass gemacht werden – eigentlich ganz witzig.

An unserem letzten Abend goennten wir uns eine besondere Delikatesse: Lama mit Quinua. Vom Hocker hat es uns zwar nicht gerade gehauen, lecker war es aber trotzdem. Es schmeckte aehnlich wie Schwein.
Aus Sucre wollten wir fast nicht mehr gehen, so wohl fuehlten wir uns hier. Die naechste Stadt wartete aber ja auf uns 

Besos
Inge und Vani