Heute schreiben wir aus der hoechsten Stadt der Welt: Potosí 4060m!
Die Hoehe machte manchen von uns anfangs etwas zu schaffen, aber wir wussten uns wie immer gut zu helfen und bekamen alles gut und schnell wieder in den Griff ;)
Das Highlight unseres dreitaegigen Aufenthaltes hier war die Besichtigung einer Mine, in der heute noch gearbeitet wird. In einer gefuehrten Tour bekamen wir zunaechst saemtliche Ausruestung: Helm mit Lampe, Gummistiefel, Jacke und Hose und einen Rucksack – das war ein Anblick! Danach machten wir einen kleinen Stop auf dem “Miners market”, wo wir fuer die Minenarbeiter Geschenke kaufen mussten: Kokablaetter, Tabak und 96%-igen Alkohol.
Zum ersten Mal haben wir selbst auch ein Kokablatt gekaut, es aber entgegen den Regeln schnell wieder ausgespuckt, da der Geschmack und das Gefuehl einfach eklig waren.
Beim Anblick des niedrigen Eingangs in die duestere Mine wurde es uns etwas mulmig. Gleich zu Beginn mussten wir gebueckt durch Matsch und Wasser stapfen. Des oefteren mussten wir auf Kommando des Guides schlagartig beiseite springen (soweit das ueberhaupt moeglich war), damit die Minenarbeiter mit ihren tonnenschweren, mit Geroell gefuellten Waegen auf kaputten Schienen im Eiltempo vorbeirasen konnten.
Wir machten bei einer Arbeitergruppe Halt und bekamen so einen noch besseren Eindruck von dem wirklich harten Job. Die Lebenserwartung eines Minenarbeiters liegt zwischen 45 und 50 Jahren, besonders erschreckend, wenn man bedenkt, dass viele schon mit 16 Jahren anfangen zu arbeiten… Die Minenarbeiter muessen im Falle eines Arbeitsunfalls selbst fuer ihre Behandlung aufkommen, da sie von der Regierung und auch von ihrer Kooperative so gut wie nicht unterstuetzt werden. Einen fest geregelten Arbeitsplan haben sie anscheinend nicht, deswegen kommt es manchmal auch vor, dass sie 24h am Stueck arbeiten. Dagegen hilft dann nur noch das Kaufen von Koka, weshalb auch jeder Arbeiter eine dicke, mit Koka gefuellte Backe, hatte.
Der Besuch war ein einmaliges Erlebnis und man kann sich kaum vorstellen, dass Arbeiten unter solchen Umstaenden heutzutage noch geduldet werden. Die Minenarbeiter selbst sagten uns, es gebe keine Unterstuetzung, weil die Arbeit ja freiwillig sei – leicht gesagt, wenn es keine Alternative gibt!
Besos
Inge und Vani
Geäschd
vor 15 Jahren
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