Mittwoch, 9. Dezember 2009

Ja, wir leben noch…

Jetzt haben wir endlich mal wieder Zeit über unsre Aktivitäten zu berichten. Wie immer ist in den letzten zwei Wochen viel passiert:
Letztes Wochenende haben wir ganz entspannt in Quito verbracht, um uns auch mal in unsrer nahen Umgebung umzuschauen. Am Samstag sind wir mit einer Seilbahn auf unsern „Hausberg“ Pichincha gefahren. Man fühlte sich ein bisschen wie in Österreich und auch die Kälte auf dem Berg unterstrich dieses Gefühl. Beeindruckend war der krasse Gegensatz von Natur und Großstadt, auf die man von so weit oben natürlich einen tollen Ausblick hatte.
Den Sonntag verbrachten wir in den heißen Quellen von Papallacta – eine tolle Entspannung einfach im heißen Wasser zu chillen. Die Anlage war für ecuadorianische Verhältnisse sehr gut gepflegt.
Am Montag haben wir die Mädels zu uns ins Appartement zu einem schwäbischen Filmabend eingeladen. Nach 2 Stunden „Dauerkochen“ servierten wir Grießsuppe, danach Kartoffelsalat mit Würstchen und zum Nachtisch noch Apfelküchle. Das Ergebnis war eigentlich ganz gut, auch wenn es natürlich anders schmeckte als daheim. Danach sind wir gemütlich zusammen gesessen und haben Little Miss Sunshine angeschaut.
Trotz 25°C kommen wir so langsam ein bisschen in Weihnachtsstimmung, denn wir haben am Dienstag alle zusammen Plätzchen gebacken. Es war ein sehr lustiger Abend und trotz einfacher Mittel (Glas als Wellholz und Sprudeldeckel als Austecherle) sind uns die Plätzchen echt gut gelungen. Die Mädels haben extra noch Weihnachtslieder runtergeladen, wenn auch nur drei Stück, die dann den ganzen Abend in Dauerschleife liefen – ja, man freut sich hier über die kleinsten Dinge!
Diese Woche ist hier in Quito die ganze Woche anlässlich des Gründungstages Quitos Party. Die Ecuadorianer sind quasi am Durchdrehen. Es gibt in Deutschland leider kein vergleichbares Fest. Sogar in unserm Kindi wird dieses besondere Ereignis groß gefeiert. Am Freitag wurden Eltern eingeladen und jede Gruppe hat etwas kleines Vorgeführt. Natürlich war alles wie immer ziemlich chaotisch. Erst morgens wurde alles dekoriert, also mussten auch die Eltern mitanpacken und deswegen zog sich alles noch ein bisschen. Während den Vorführungen sind die Eltern einfach dazwischen gegangen um Fotos von ihren Kindern zu schießen, die total goldig angezogen waren (Mädchen mit Prinzessinnenkleidern und Jungs im Frack). Trotzdem war das Ganze echt sehenswert und sehr interessant, auch wenn in Deutschland eine solche Veranstaltung anders ablaufen würde.
Am Samstag haben wir uns einen echten Stierkampf angesehen – unvorstellbar! Es wurden innerhalb von drei Stunden sage und schreibe 6 Stiere auf brutalste Weise getötet, richtige Tierquälerei, weil die Torreros teilweise unfähig waren, den Stier auf Anhieb zu töten, wie es sich eben normalerweise gehört. Gleich beim ersten Stier kam es zu einem Zwischenfall: die ganze Arena war Mucksmäuschen still, als der Torrero zum Endstoß ansetzte, nur Vanis Nebensitzer feuerte den Stier an Stelle des Torreros an. Deshalb drehte der Stier durch und attackierte den Stierkämpfer, der sofort aus der Arena getragen wurde und auch Vanis Nebensitzer wurde nach lauten Publikumspfiffen aus der ganzen Arena von der Polizei abgeführt. Die ganze Veranstaltung schockte und doch ziemlich (ja, etwas naiv) und wir werden uns nicht noch einmal einen Stierkampf ansehen – trotzdem war es sehenswert.

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